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Blasenentzündung – Was steckt dahinter?

Eine Blasenentzündung kann nicht nur schmerzhaft und unangenehm sein, sondern führt bei vielen Betroffenen auch zu weiteren Unannehmlichkeiten wie allgemeine Empfindlichkeit der Intimgegend und den häufigen Drang zur Toilette gehen zu müssen. Wie sich eine Blasenentzündung vermeiden lässt, was dagegen hilft und wer besonders anfällig ist, klären wir in diesem Artikel.

Wie entsteht eine Blasenentzündung?

blasenentzündungEine Blasenentzündung, in der medizinischen Fachsprache Zystitis (Cystitis) genannt, wird in den allermeisten Fällen durch Bakterien verursacht, die im Darm angesiedelt sind. Diese dringen von dort in den Harnleiter ein und verursachen so eine Entzündung. Meistens handelt es sich dabei um den Bakterienstamm Escherichia coli, also E. coli.

Diese Bakterien sind für den Darm völlig normal. Problematisch wird es nur, wenn sie dort sind, wo sie nicht hingehören. Diese sogenannte aufsteigende Infektion ist allerdings nicht die einzige Ursache. Auch Bakterien der Gattung Proteus, Staphylokokken und Pilze wie Candida albicans, sowie Viren und Parasiten der Art Adenoviren oder Polyoma können der Auslöser sein. Häufig liegt der Ursprung einer Blasenentzündung in den Nieren. Dies ist allerdings weitaus seltener der Fall.

Sollte die Entzündung nach einer tropischen Reise auftreten, kommt auch eine Schistosomiasis in Betracht, hierbei handelt es sich um einen Saugwurm. Dies ist allerdings in westlichen Ländern sehr selten anzutreffen, kommt aber dennoch vor.

Manchmal entsteht eine Blasenentzündung auch einfach durch Verkühlung, besonders Frauen sind durch den kürzeren Harnweg deutlich öfter betroffen als Männer.

Symptome einer Blasenentzündung

Die Symptome können, müssen aber nicht sofort erkennbar sein. In vielen Fällen verläuft eine leichte Blasenentzündung harmlos und die Betroffenen sind nicht sonderlich eingeschränkt. Oft sind allerdings folgende Anzeichen Anlass zur Behandlung einer Blasenentzündung:

  • Schmerzen in der Blasengegend
  • Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie)
  • häufiges Wasserlassen (auch in der Nacht)
  • Urin riecht unangenehm / ist trüb
  • sichtbares Blut im Urin
  • Rückenschmerzen wenn die Nieren in Mitleidenschaft gezogen werden
  • Bei Männern: Rückenschmerzen auch wenn die Prostata angegriffen ist
  • Bei Frauen: Verstärkter Ausfluß, wenn die Vagina involviert ist
  • Fieber

Wer ist besonders betroffen?

In der Regel sind es oft Frauen, die mehr unter einer Blasenentzündung zu leiden haben. Dies liegt der anatomischen Besonderheit des verkürzten Harnweges zugrunde. Sie verkühlen sich leichter und es kommt oft durch den Geschlechtsverkehr, die Benutzung eines Diaphragmas oder Spermiziden zu einer Infektion.

Auch kann die Entzündung durch eine hormonelle Besonderheit wie zum Beispiel eine Schwangerschaft oder hormonelle Verhütungsmittel hervorgerufen werden. Patienten die an Diabetes leiden, Menschen, die auf einen Blasenkatheter angewiesen sind und ein grundsätzliches schwächeres Immunsystem haben, gehören ebenfalls zu der Risikogruppe. Zudem kann auch eine Verengung des Harnweges Grund sein, wenn der Ventilmechanismus zwischen Blase und Harnleiter nicht ordnungsgemäß funktioniert.

Bei Männern kommt als Grund auch eine vergrößerte Prostata infrage. Des Weiteren ist auch oft eine Blasenspülung oder Blasenspiegelung Auslöser oder ganz klassisch, die falsche „Wischtechnik“ nach dem Toilettengang.

Tipp: Achten Sie bewusst auf die richtige „Wischtechnik“ nach der Toilette, indem Sie von vorne nach hinten wischen. Darüber hinaus ist das Händewaschen auch vor dem Toilettengang aus Hygienegründen immer zu empfehlen.

Was hilft gegen eine Blasenentzündung?

Um Bakterien loszuwerden und die körpereigene Abwehr zu stärken, ist oft nicht viel notwendig. Mindestens zwei Liter Wasser am Tag und dem Toiletten-Drang nicht widerstehen, sowie wärmende Umschläge, Sitzbäder, Fußbäder oder eine Wärmflasche helfen in den meisten Fällen schon sehr. Verzichten Sie auf Kaffee und Alkohol und unterstützen Sie Ihren Körper auch mit Kräutertees wie Birke, Bärentraubenblätter, Brennnessel oder Schachtelhalm. Greifen Sie zu Cranberry – , Heidel – oder Preiselbeersaft. Das in dem Saft enthaltende Proanthocyanidin hilft, dass sich die Erreger schlechter am Harnweg festsetzen können.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Sollten Sie schwanger sein, kann eine Harnwegsinfektion für ein erhöhtes Risiko von Schwangerschaftsvergiftung oder gar Fehlgeburten führen. Schwangere sollten daher bei Verdacht auf eine Blasenentzündung immer einen Arzt aufsuchen.

Für gewöhnlich und bei gesunden Menschen, hat eine Blasenentzündung meist einen günstigen Heilungsverlauf, dennoch gibt es Gründe, weshalb Sie einen Arzt aufsuchen sollten. Dazu zählen wiederkehrende Infektionen im Jahr. Aber auch wenn Sie das Gefühl haben, die Infektion steigt in Ihrem Körper auf – hier können bei ungünstigen Verhältnissen auch Blutvergiftungen oder Nierenbeckenentzündungen entstehen. Bekommen Sie das Problem innerhalb weniger Tage nicht in den Griff, oder gehören zu den Risikogruppen, zögern Sie bitte nicht einen Arzt zu konsultieren.

Wie kann man eine Blasenentzündung verhindern?

Auch auf öffentlichen Toiletten, Türklinken, Einkaufs-Wägen etc. können Bakterien sein, an denen Sie sich anstecken können. Waschen Sie sich gründlich die Hände, wenn möglich desinfizieren Sie sie. Benutzen Sie beim Geschlechtsverkehr Kondome. Halten Sie sich warm, trinken Sie viel um Ihre Nieren und den gesamten Körper stets gut durchzuspülen. Vermeiden Sie Dinge, die Ihren Körper übersäuern, wie zum Beispiel Koffein, Alkohol, Nikotin und industriell verarbeitete Lebensmittel.

Auch zu enge Slips können eine Blasenentzündung begünstigen sowie eine übertriebene Intimhygiene, diese nimmt dem Körper den ganz eigenen Schutz.


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